home

aktuelle Termine     neue Mitteilungen

zurück

Graphische Techniken. Vortrag bei der Regionalgruppe Rhein-Main-Neckar. Um Holzschnitt und Holzstich, Kupferstich und Radierung ging es beim Treffen der Regionalgruppe Rhein-Main-Neckar am 31. August in Hirschberg-Großsachsen. Henner W. Harling, Schriesheim, Sammler von Graphik des 18. und 19. Jahrhunderts, referierte über die Geschichte und die Techniken des Hoch- und Tiefdrucks. In Asien bereits um 3000 v. Chr. gebräuchliche Rollsiegel dürften wohl als erste Zeugnisse für einen Relief- oder Prägedruck betrachtet werden. Im Mittelalter wurden Holzmodel zur Herstellung von Drucken eingesetzt. Der Holzschnitt mit Text und Bild war lange Zeit das gebräuchliche Medium für den Hochdruck. Einblattdrucke sind uns als Schwarzweiß- oder auch kolorierte Exemplare überliefert. Unterschieden wird zwischen Schwarz- und Weißlinienschnitt. Nach der Gutenbergschen Erfindung des Drucks mit Einzellettern aus Metall wandelte sich der Holzschnitt, später gefolgt vom Holzstich, zum künstlerischen Medium. Kupferstiche sind seit dem 15. Jahrhundert nachweisbar, zunächst hergestellt von Gold- und Silberschmieden. Bald aber nutzten Maler diese handwerkliche Technik für eigenständige Kunstwerke, so als einer der ersten Martin Schongauer. Daneben blieb der Kupferstich, gefolgt vom Stahlstich, für lange Zeit ein Mittel der sogenannten Reproduktionsgraphik. Kunstwerke jeder Art sowie auch Architektur wurden auf diese Weise in Büchern dargestellt. Eine verwandte Technik stellt die Kaltnadelradierung dar, die auch heute noch gern von Künstlern genutzt wird, ebenso wie die (Ätz-)Radierung. – Der Referent zeigte für alle genannten Techniken entsprechende beeindruckende Beispiele aus seiner umfangreichen Sammlung. Ferdinand Puhe