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HANDSCHRIFTEN AUS ZWEI JAHRTAUSENDEN Ausstellung
im Festsaal der Deutschen Staatsbibliothek zu Berlin
Durch die letzten Kriege ist von den Handschriften und Büchern, die
durch
Alter, Schönheit oder Inhalt jeden kulturempfänglichen Menschen mit Ehrfurcht
und Freude erfüllen, so viel unwiederbringlich vernichtet worden,
daß der Wunsch bestand, einmal eine Auswahl aus dem zu zeigen, was uns
ein gütiges Schicksal bewahrt hat. Deshalb veranstaltete die
Kommission für Handschriften und
Inkunabeln, die diese Bestände im Bereich der
Deutschen Demokratischen Republik
betreut, in engster Zusammenarbeit
von zwanzig wissenschaftlichen
Bibliotheken und Einrichtungen die Ausstellung „Handschriften
aus zwei Jahrtausenden", mit der der wieder aufgebaute Festsaal der
Deutschen Staatsbibliothek während der nach Berlin
einberufenen Versammlung des Vereins
Deutscher Bibliothekare in würdiger Weise eingeweiht wurde. Die
Ausstellung fand das Interesse von
etwa 3500 Besuchern, deren an den Handschriften entzündete und oft
geäußerte Begeisterung den Gestaltern und Betreuern der Ausstellung
reicher Lohn war. I. Vorspiel: Zwei Keilschrifttexte aus der im Robertinum zu Halle aufbewahrten Sammlung Julius Kurth; eine sumerische Tontafel (um 2000 v. d. Z.) mit einer Verpflegungsabrechnung für Tempelsklavinnen und ein Stein Nebukadnezars II (604-561) mit seinem Namen. II. Antike und ihr Ausklang: Der unter dem Namen Dikaiomata bekannte große juristische Papyrus (um 260 v.) aus Halle, das für stenographische Übungen verwendete griechische Wachstafelheft (6. Jahrhundert), ebenfalls aus dem Halleschen Robertinum; der weltberühmte Codex Sinaiticus der Septuaginta (4./5. Jahrhundert) mit seinem in der Leipziger Universitätsbibliothek aufbewahrten Teil, dessen wohlausgewogene Schriftkolumnen, die auf jeden besonderen Schmuck verzichten, jeden Betrachter in ihren Bann zogen, die Qued- 9
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