Über die Bedeutung der wertvollen Handschriften europäischen und orien­talischen Ursprungs auch nur andeutend zu berichten, untersagt der Raum. Die „Mitteilungen" werden später auf unerschlossene Gruppen gesondert hinweisen. Für die Freunde der Pirckheimer-Gesellschaft sollen aber einige zahlenmäßige Aufschlüsselungen der seit der Gründung der Gothaer Biblio­thek (1647) gepflegten Wissenschaftsgebiete zweckdienliche Winke geben. Die Buchbestände der Gothaer Bibliothek enthalten Gruppen, die in den wissenschaftlichen Universalbibliotheken in kaum gleicher Reichhaltigkeit zur Verfügung stehen:

Antiquaria 8000,                  Genealogica 3200,          Philologica 19000,

Astronomica 5200,              Jurisprudentia 8200,      Philosophica 13 000,

 Artes et musica 17000,
Buchkunde 2500,                                                         
Statistica 14000,

 Mathematica 19000,

Biographica 9000,                Numismatica 4000,        Theologica 10000,
Ephemerides 45000,             Politica 17000,                Technologica 10 000.

Schon dieser Auszug zeigt Erschließungsmöglichkeiten auf, die für wissen­schaftsgeschichtliche Arbeiten von größtem Wert sind.

Ihrem Charakter nach wird die Gothaer Bibliothek Schwerpunktaufgaben übernehmen, die weder in der Deutschen Demokratischen Republik noch in der Bundesrepublik gepflegt wurden. Sie wird einen Typ erneuern, der bisher als abgetan galt: die Gelehrtenbibliothek.

Johannes Miller

Wenn man dasselbe wieder und immer wieder liest, tritt einem mit der Zeit aus dem Gelesenen ein Gesicht entgegen: der Mensch, der das schrieb. . . So kann Lesen zu einem Gespräch werden mit einem Menschen, der nicht gegenwärtig ist, mit dem Autor. Das erschließt die Möglichkeit, mit großen Menschen Umgang zu haben; mit erlauchten Geistern, zu denen ich in einem ehrfürchtigen Verhältnis stehe; und was sie mir geben, ist weit mehr als das, was in dem Buch steht, das ich gerade lese. Das ermöglicht ein Gespräch mit Menschen anderer Zeiten und mit Menschen anderer Welten. Sie treten aus dem Buch, das ich lese, lebendig hervor.

Peter Suhrkamp

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