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EINE BIBLIOTHEK KEHRTE ZURÜCK Am Nachmittag des 29. Juni 1956 vollzog sich im Plenarsaal des Präsidiums der Akademie der Wissenschaften der UdSSR in Moskau vor ausgezeichneten Vertretern der Sektionen der Akademie und im Beisein zahlreicher Gäste des öffentlichen Lebens der feierliche Akt der Übergabe der Gothaer Bibliotheksbestände an die Vertreter der Deutschen Demokratischen Republik. Die Unterzeichner des Protokolls seitens der Akademie der Wissenschaften der UdSSR waren deren Präsident, Akademiker Professor Dr. Nesmejanow, und der Direktor der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften zu Leningrad, Professor Dr. Tschebotarew, deutscherseits Abteilungsleiter im Staatssekretariat für Hochschulwesen Dr. Johannes Müller und der Hauptdirektor der Deutschen Staatsbibliothek, Professor Dr. Kunze. Mit diesem in aller Welt viel beachteten und kommentierten Schritt leitete die Akademie die Rückführung der Gothaer Bestände ein, die seit der Weimarer Republik Eigentum des ehemaligen Landes Thüringen waren. Die wertvollen Inkunabeln, Frühdrucke und Buch- und Zeitschriftenteile waren unter sorgsamer Pflege an drei Stellen der Akademieeinrichtungen gesondert aufgestellt, nämlich in Moskau in der Fundamentalbibliothek für Gesellschaftswissenschaften der Akademie der Wissenschaften (10%), in Leningrad in der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften (90%) einschließlich der Handschriften in westeuropäischen Sprachen und im Akademieinstitut für Orientalistik die Handschriften in orientalischen Sprachen. Die Gesamtbestände sollen aus den amtlichen Unterlagen an dieser Stelle authentisch kurz verzeichnet werden: 1. Handschriften in westeuropäischen Sprachen 2 561 Einht. 2. Handschriften in orientalischen Sprachen 3 300 Einht. 3. Wiegendrucke (Inkunabeln) l 684 Einht. 4. Abteilung „Buch" 520 Einht. 5. Buchbestand (Leningrad) 291 700 Einht. 6. Buchbestand (Moskau) 30 053 Einht. Insgesamt 329 818 Einht.
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