Nicht die letzte Aufgabe unseres Publikationsorgans ist die Unterrichtung der Mitglieder über unsere Arbeit. Darum sei an dieser Stelle gleich ein summarischer Überblick über die vorangegangene Zeit gegeben: Während das Jahr 1955 dazu benutzt wurde, um die Grundlagen der Ge­sellschaft, ihr Gerüst zu schaffen, brachte das Jahr 1956 die Gründung und den organisatorischen Aufbau. Daneben gab es bereits bibliophile Arbeiten. Im Jahre 1955 fand eine in der Presse stark beachtete Austeilung „Schiller in der deutschen Buchkunst" statt, und 1956 zeigte die Gesell­schaft anläßlich ihrer Gründungsversammlung, bei der im übrigen den Mitgliedern ein von Werner Klemke illustrierter Druck einer Anekdote von Schiller „Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahre 1547" überreicht wurde, eine Ausstellung von illu­strierten Don-Quichote-Ausgaben. Gleichfalls im Jahre 1956 gab es drei Ausstellungen von Werken Heinrich Heines; sie wurden gezeigt im Januar während des IV. Deutschen Schriftsteller-Kongresses im Vorraum der Tagungsstätte, anläßlich des Festaktes zum 100. Todestag Heines am 17. Februar im Foyer der „Volksbühne" in Berlin und schließlich in Weimar gelegentlich der internationalen wissenschaftlichen Heinekonferenz im Oktober. Daneben gab es Vortragsveranstaltungen in Berlin, Dresden und Leipzig.

Das Jahr 1957 soll uns die innere Festigung der Gesellschaft bringen. Am Jahresende sollen die Mitglieder nicht nur mit dem Wort „Freunde" an­geredet werden; sie sollen Freunde geworden sein. Mögen die Marginalien hierbei helfen.

Heinrich Löwenthal

Man muß die Bücher eigen haben, die man recht lesen will, namentlich die ganz guten, die unbestritten zum unsterblichen Geisteserbe der Menschheit gehören, sie immer möglichst selbst zu besitzen, wolle man sich zur Ehre und zur Pflicht rechnen.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Er hatte seine Bibliothek verwachsen, so wie man eine Weste verwächst. Bibliotheken können überhaupt der Seele zu enge und zu weit werden.

Georg Christoph Lichtenberg

 

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